Medizinische Massage in der Schwangerschaft

Der Zauber der Entstehung eines Lebens erfahren zu dürfen ist für die meisten werdenden Eltern eine unbeschreibliche Phase im Leben. Sofern die Schwangerschaft geplant und das Wunschkind unterwegs ist, ist dies eine spezille Zeit, vorallem für die werdende Mutter. In ihrem Körper darf dieses Wunder heranwachsen. Im folgenden Artikel werden wir über Beschwerden in der Schwangerschaft schreiben. Es ist uns wichtig, dass Sie nach dem Lesen nicht das Gefühl haben Schwangersein ist "nur" schlimm und unangenehm. Jede Schwangerschaft verläuft anders und jede Frau empfindet das Schwanger sein anders. Wir gehen in diesem Artikel auf mögliche Beschwerden ein. Wünschen Ihnen aber eine sorgenfreie und schöne Schwangerschaft. Geniessen Sie es, dass Sie im Ausnahmezustand sind und lassen Sie sich von Ihrem Umfeld auch etwas verwöhnen.

 

Beinahe jede Frau hat während der Schwangerschaft das ein oder andere Leiden. Der Rücken schmerzt, die Brust spannt und die Beine fühlen sich schwer an. Dies sind nur einige der zahlreichen Beschwerden welche auftreten können, Kein Wunder, denn der Körper der werdenden Mutter leistet Schwerstarbeit. Wir möchten Ihnen in diesem Artiekl einige der häufigsten Beschwerden erläutern und aufziegen, weshalb eine medizinische Massage in der Schwangerschaft mehr als nur eine Streicheleinheit ist, sondern auch viele der Beschwerden lindern kann.

 

Die häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft

 

Rückenschmerzen

Durch den Anstieg der Hormonkonzentration im Körper werden Gewebe und Bänder gelockert. Die Lockerung ist nötig, damit das Becken der Mutter während der Geburt genügend weiten und das Kind durch den Geburtskanal zur Welt kommen kann. Die Gewebsauflockerung jedoch vermindert auch die Festigkeit der Gelenke und dadurch sinkt automatisch deren Stabilität und der Druck auf die Gelenke nimmt zu. Dadurch kann es auch zu Verschiebungen der Gelenkkörper kommen. Häufig kommt dies im Iliosacral- Gelenk (ISG) vor. Das ISG ist eine Gelenksverbindung zwischen dem Sacrum, dem untersten Teil der Wirbelsäule, und den Beckenschaufeln. Also besitzen wir auf jeder Seite ein ISG. Kommt es zu dieser Verschiebung wird meist von einer Blockierung gesprochen. Diese kann mit gezielten Techniken und Übungen gelöst werden. 

Neben dem Einfluss der Hormone kommt der immer schwerer werdende Bauch, welcher eine Haltungsveränderung des ganzen Körpers verursacht. Vorallem die Gesässmuskulatur muss in der Schwangerschaft immer mehr leisten um den Aufrechtengang zu erhalten. Die erhöhte Muskelspannung kann auf den darunterliegenden Ischiasnerv drücken. Dies hat häufig zur Fogle, dass der Schmerz bis in die Beine ausstrahlt. Ausgeprägte Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft sollten behandelt werden, damit sich daraus nicht eine chronische Krankheit entwickelt. Durch die Fehlhaltung im unteren Rücken, die durch den Bauch hervorgerufen werden kann, kompensiert meist die Schulterpartie um im Gleichgewicht bleiben zu können. Daher kann es zu starken Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich kommen die, die Ursache für Kopfschmerzen sein können.

 

Ödeme

Etwa 2/3 der Frauen leiden, hauptsächlich in den letzten Monaten der Schwangerschaft unter Ödemen. Ödeme sind Schwellungen resp. Wassereinlagerungen im Gewebe. Auch Bindegewebe und Blutgefässe werden durch den hohen Hormonspiegel, haupsächlich vom Östrogen, aufgelockert. Dies führt dazu, dass die Blutgefässe durchlässiger werden. Dadurch verdünnt sich das Blut und hat eine höhere Fliessgeschwindligkeit, um Mutter un Kind besser versorgen zu können. Der Nachteil ist jedoch, dass durch das aufgelockerte Bindegewebe und die durchlässigen Gefässe auch mehr Flüssigkeit ins umliegende Gewebe eintreten kann. Die Lymphgefässe die im Gewebe beginnen, sind verantwortlich diese Flüssigkeit wieder abzutransportieren und sind mit der Menge der Flüssigkeit überfordert. Dies führt zu Schwellungen und das Gefühl von schweren Beinen.

Ein weiterer Grund, gerade für Schwellungen in den Beinen kann sein, dass das Kind eine ungünstige Positon hat oder so viel Platz braucht, dass es Lymphgefässe im Bauch- und Leistengegend abdrückt und die Flüssigkeit auf ihrem Weg von den Beinen zum Herzen staut.

Falls die Wassereinlagerungen sehr ausgeprägt sind und die schwangere Frau unter Bluthochdruck leidet, sollte unbedingt der behandelnde Arzt oder die Hebamme informiert werden. Es könnte sich um meine Gestose, eine Schwangerschaftsvergiftung handeln. 

 

Übelkeit und Erbrechen

In der Schwangerschaft leiden etwa 80% der Frauen in den ersten 3 Monaten unter Übelkeit oder sogar Erbrechen. Der Grund dafür ist der abrupte Anstieg der Konzentration von Hormonen im Körper. Dieser findet in der ersten Schwangerschaftsphase, meist zwischen der 7. und 15. Schwangerschaftswoche  statt. In der Regel ist dies nicht gefährlich. Trotzdem muss Vorsicht geboten werden, vorallem wenn weder Nahrung noch Flüssigkeit behalten werden kann. Da der Flüssigkeitsverlusst zu hoch werden kann und es zu einer Gewichtsabnahme führen kann, ist dies für Mutter und Kind gefährlich und es muss ein Arzt konsultiert werden.

 

Verstopfung

Während der Schwangerschaft verlangsamt sich die Darmtätigkeit. Dies kann zu Verstopfung führen. Es sollten nicht mehr als 4 Tage zwischen den Stuhlgängen liegen da dies zu Bauchschmerzen und Hämorrhoiden führen kann. Hämorrhoiden sind Krampfadern im Afterbereich die oft durch das starke pressen auf der Toilette entstehen. Diese können jucken und schmerzen. 

 

Wie können diese Beschwerden mit medizinischer Massage behandelt werden?

Grundsätzlich gibt es keine Art von Massage, welche in der Schwangerschaft nicht angewendet werden darf. Jedoch ist es wichtig, dass der Therapeut eine fundierte Ausbildung besitzt und sich mit der Anatomie und der Physiologie in der Schwangerschaft gut auskennt und somit die Methoden den Umständen anpassen kann. 

Falls die werdende Mutter krank ist oder eine Risikoschwangerschaft besteht, sollte der Therapeut zuerst mit dem Gynäkologen Rücksprache halten. Daher ist eine genau Befragung bei der ersten Anamnese so wichtig!

Bestimmt fragen Sie sich, wie Sie z.B. für die Massage auf den Bauch liegen sollen. Dafür gibt es verschieden Lagerungsmöglikeiten um es dem Baby und Ihnen bequem zu gestalten. Entweder liegen Sie während der Massage in Seitenlage, sitzen auf einem Stuhl und stützen ihre Arme auf einer Liege o.ä. auf oder Sie liegen in Bauchlage auf dem Schwingkissen. Die Schwingkissetherapie wird im untersten Abschnitt  kurz erläutert. Wir benutzen das Schwingkissen auch gerne als Lagerungsmittel. Das Schwingkissen besteht aus zwei Kammern die mit Luft gefüllt sind. Auf diese Luftkissen können Sie liegen, so dass der Babybauch zwischen diesen Kissen gut platziert ist.  Eine gute Variante um mal wieder auf dem " Bauch" zu liegen. So sollte einer entspannten Lagerung während der Behandlung nichts im Wege stehen.

 

Klassische Massage

Bei der klassischen Massage werden Haut, Muskulatur und das Bindegewebe durch manuelle Dehnungs-, Zug- und Druckreize beeinflusst. Die Wirkung kann sich von der behandelten Stelle bis über den gesamten Organismus erstrecken. Die Wirkung der klassichen Massage während der Schwangerschaft:

Harmonisiert den Muskeltonus

Fördert die Durchblutung

Verbessert die Körperwahrnehmung

Lindert Schmerzen

Hilft die Hautelastizität zu verbessern und mindert dadurch Schwangerschaftsstreifen

Reduziert Stresshormone

Wirkt entspannend und beruhigend

 

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Technik welche den Abtransport von Gewebeflüssigkeit durch leichte rhytmische Verschiebungen der Haut fördert. Mit der Lymphdrainage werden folgende Ziele erreicht:

Abtransport von Gewebeflüssigkeit und Schlackenstoffen 

Anregung der Immunabwehr

Reduziert Stress

Entgegenwirken der Entstehung von Krampfandern und Schwangerschaftsstreifen

Schmerzlinderung

Fussreflexzonentherapie

Mit dieser Methode werden bestimmte Reflexpunkte der Füsse behandlet. Diese Punkte sind mit Organen, Gelenken und Muskelgruppen verbunden. DIe Wirkung der Fussreflexzonenmassage in der Schwangerschaft:

Übelkeit und Erbrechen vermindern

Verbesserung der Darmtätigkeit

Abtransport der Gewebeflüssigkeit

Stärkt das Immunsystem

Fördert die Ausgewogenheit und Harmonie auf der Gemütsebene

Geburtsvorbereitend ab der 37. Schwangerschaftswoche

Kann als Einleitung zur Geburt hilreich sein

Schwingkissen-Therapie

Auf einem speziellen Luftkissen wird die gesamte Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur durch bestimmte Schwing-und Massagegriffe behandelt, sowie die Wirbelsäule mobilisiert. Die Wirkung der Schwingkissen-Therapie in der Schwangerschaft:

Sanfte Dehnung der Muskulatur

Mobilisation der Wirbelgelenke

Energie-, Blut- und Lymphfluss werden harmonisiert

Muskelspannung wird reguliert

 

Haben Sie noch Fragen oder möchten Sie etwas noch genauer Wissen. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.

Am besten über unser Kontaktformular oder per Telefon (041 660 93 16). Wir freuen uns.

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Bindegewebsmassage

Die Bindegewebsmassage ist eher eine unbekannte Therapieform (Teilgebiet der medizinischen Massage).

Deshalb möchten wir sie Ihnen hier näher vorstellen. 

 

Was ist Bindegewerbsmassage? 

Bindegewebsmassage ist eine Massagetechnik bei der die Haut von der Unterhaut oder die Unterhaut von den Muskeln gelöst wird. Mit beiden Techniken setzen wir direkt einen Reiz auf die Rezeptoren des Nervensystems, dies ist die Hauptwirkung der Bindegewebsmassage. Der Start dieser Behandlungsform ist immer am Rücken. Weil dort die Nervenbahnen direkt aus der Wirbelsäule austreten.  Durch das Arbeiten in diesem Gebiet, haben wir eine direkte Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Das vegetative Nervensystem lässt sich unterteilen in: 

- Sympathikus: Verantwortlich z.B. für: Leistung, Stress, Körperlich arbeiten, stellt die Blutgefässe enger, die Muskelspannung wird erhöht. 

- Parasympathikus: Verantwortlich z.B. für: Ruhe, Verdauung, Regeneration, Wundheilung, Blutgefässe werden weit gestellt, die Muskelspannung wird gesenkt. 

Oft sehen wir, dass diese beiden Systeme im Ungleichgewicht sind. Dies kann im ganzen Körper oder nur in bestimmten Nervenarealen sein.

 

Was sind die Ziele der Bindegewebsmassage?

Das Hauptziel dieser Massagetechnik ist die beiden Systeme (Sympathikus und Parasympathikus) wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

 

Das heisst:

- Die Spannung der Muskeln kann erhöht oder gesenkt werden

- Die Gefässspannung kann nachlassen, und dadurch ist die Durchblutung besser

- Das verklebte Bindegewebe wird gelockert

- Reflektorisch kann so auch auf innere Organe wie Herz, Leber, Milz, Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse… eingewirkt werden

 

Wie wirkt die Bindegewebsmassage?

Ein Nerv steuert, in einem bestimmten Gebiet, jeweils die Haut, die Muskeln, die Knochen, die Gefässe und die Organe an.  Eine Störung der Organe kann sich entlang dem Nerv ausbreiten und sich z.B. dann auf der Haut zeigen. So können wir Reize auf der Haut setzen und diese wirken dann auf die inneren Organe. Es kann sich aber auch ein Problem von der Haut, entlang dem Nerv auf die Muskeln oder ein Organ ausbreiten. Das heisst wenn wir an einem Nerv arbeiten, beeinflussen wir dessen ganzes Versorgungsgebiet (Haut, Blutgefässe, Bindegewebe, Muskeln, Knochen, Organe…)

 

Wie ist der Ablauf?

Die Bindegewerbsmassage beginnt immer am Rücken. Der Aufbau wird in der Regel mit jeder Behandlung erweitert. Das heisst am Anfang ist die Bindegewebsmassage kürzer und wird dann immer länger. Dieser Aufbau ist sehr wichtig, damit sich das Nervensystem daran gewöhnen kann und keine Überreaktionen auftreten (wie z.B. Atemnot oder Ohnmacht). Nach dem Aufbau des Rückens kann bei Bedarf auf weitere Körperteile übergegangen werden (Kopf, Gesicht, Beine, Arme, Bauch, Brust).

 

Was sind die Vorteile / Nachteile?

Die Bindegewebsmassage wird in der Regel neun Mal durchgeführt. Die Termine sind am Anfang mehrmals wöchentlich. Das heisst die Behandlung ist auf einen kurzen Zeitraum begrenzt, jedoch in dieser Zeit recht häufig. Der grosse Vorteil ist dadurch, dass sich eine baldige Wirkung zeigen kann.

 

Welche Erkrankungen ist die Bindegewebsmassage geeignet (Indikationen)?

- Bindegewebsmassage wird oft dort eingesetzt, wo andere Therapien nicht die gewünschte Besserung erzielten.

- Bei Erkrankungen der Wirbelsäule wie chronische Bandscheibenprobleme, Morbus Bechterew, Skoliose…

- «alte» Knochenbrüche oder Kontrakturen (Verkürzung eines Gewebes)

- Probleme nach Amputationen

- Arthrose

- Golferarm oder Tennisarm

- Muskelrheumatismus (Fibromyalgie)

- Morbus Sudeck

- Probleme mit Narben 

- Neurologische Erkrankung (zur Symptomlinderung) wie Parkinson, Lähmungen, Multiple Sklerose, Polyneuropathien, Nervenwurzelläsionen

- Kopfschmerzen, Migräne

- Erkrankungen verschiedener Organe wie Herz (funktionelle Herzbeschwerden wie z.B. Bluthochdruck), Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis), Magen-Darm (z.B. Verstopfung (Obstipation)), Leber und Gallenblase (z.B. Probleme nach Leberentzündungen), Nieren und Harnblase (wie z.B. wiederkehrende Nieren- oder Blasenentzündungen)

- Durchblutungsstörungen zum Beispiel in den Beinen

- Menstruationsbeschwerden

- Wechseljahrsbeschwerden

 

Wann darf die Bindegewebsmassage nicht angewendet werden (Kontraindikationen)?

- Fieber

- bei akuten Entzündungen

- Infarkten an Herz, Hirn oder Lunge

- sehr hoher Blutdruck

- Blutungen

- frische Verletzungen (z.B. Knochenbruch, Muskelquetschung…)

- in der akuten Phase bei Bandscheibenvorfällen

Primäres Lymphödem

Primäres Lymphödem – Eine Störung des lymphatischen Systems

Das Lymphödem ist eine Schwellung welche durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, aufgrund einer Funktionsstörung des lymphatischen Systems entsteht. Von einem primären Lymphödem spricht man, wenn durch eine angeborene Fehlfunktion des Systems, die Lymphflüssigkeit nicht richtig abtransportiert werden kann. Wenn jedoch dieses Problem durch äussere Einwirkungen entsteht, wie z.B. nach der Entfernung eines Lymphknotens oder während einem entzündlichen Vorgang im Körper, ist es ein sekundäres Lymphödem.

 

Grundsätzlich wird das primäre Lymphödem in die folgenden Untergruppen eingeteilt:

- Angeborenes primäres Lymphödem – Kinder unter 2 Jahren, meistens an Beinen und Armen

- Juveniles Lymphödem (9-20) – meistens zwischen 9 und 20 J., am häufigsten an den unteren Extremitäten

- Primäres lymphödem praecox (unter 35) – vor 35 Jahren

- Primäres Lymphödem tardum – nach 35 Jahren

 

Mögliche Ursachen für ein primäres Lymphödem

- Hypoplasien, Verschmälerung der Lymphgefässe oder Verminderung der Lymphgefässanzahl

- Lymphangiektasien, Erweiterung der Lymphgefässe mit Klappeninsuffizienz

- Lymphknotenfibrose, Vernarbung von Lymphknoten

 

Erscheinungsbild

Das betroffene Gebiet beginnt allmählich oder plötzlich anzuschwellen, die Haut fühlt sich gespannt an und es kommt zu einem Schweregefühl. Häufig breitet sich das primäre Lymphödem beidseitig von den Zehen und dem Fussrücken über die Knöchelregion zum Unter- und schliesslich Oberschenkel aus. Ein weiteres typisches Zeichen ist die Entstehung einer Delle beim Eindrücken mit dem Finger an der betroffenen Stelle. Bei einem fortgeschrittenen Lymphödem können sich verhärtete Stellen bilden (Fibrose) und die natürlichen Hautfalten an Zehen oder Fingern sind stark vertieft. Wenn sich das Lymphödem auf die ganzen Beine ausbreitet, kann das gesamte Bein auch seine Form verändern und wird bei extremen Fällen Elephantiasis genannt. 

 

Häufigkeit und Auftreten des primären Lymphödems

Etwa ein Drittel aller chronischen Lymphödeme sind primär und Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer.  Im Prinzip kann jeder Körperteil betroffen sein doch 95% der primären Lymphödeme treten an den Beinen auf. Das Auftreten kann durch bestimmte Ereignisse wie zum Beispiel einem Wachstumsschub, Pubertät oder Bagatellverletzungen (Verstauchter Knöchel, Quetschung) ausgelöst werden. Aber auch einen Sonnenbrand, Insektenstich oder eine Infektion können der Auslöser sein. Durch solche Ereignisse kann das defekte, jedoch bis dahin noch hinreichend funktionierende Lymphgefässsystem so geschädigt werden, dass seine Kapazität zum Abtransport der Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreicht. So entsteht ein chronisches Lymphödem.

 

Therapie und Tipps bei einem primären Lymphödem

Die beste Therapieform für das primäre Lymphödem ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie welche aus der manuellen Lymphdrainage, Kompressions- und Bewegungstherapie sowie Hautpflege besteht. Es ist eine 2 Phasen-Therapie. In der ersten Phase, der sogenannten Entstauungsphase, wird durch die manuelle Lymphdrainage der Abfluss der Lymphflüssigkeit angeregt und gesteigert. Die Häufigkeit in welcher diese Drainage durgeführt werden sollte variiert je nach Stadium des Lymphödems. Zu der ersten Phase gehört auch die Kompressions-Therapie. Durch fachgerechtes anbringen einer Kompressions-Bandage wird der Abtransport zusätzlich unterstützt. In der zweiten Phase, der Erhaltungsphase, versucht man das erzielte Ergebnis von der ersten Phase möglichst lange zu erhalten. Die Häufigkeit der manuellen Lymphdrainage wird langsam reduziert und die Kompressions-Bandage wird durch einen speziell angepassten Kompressionsstrumpf ersetzt. Die Kosten von Kompressionsstrümpfen, wird beim Vorweisen eines Arztzeugnisses, von der Krankenkasse übernommen.

Es ist sehr wichtig, dass die komplexe physikalische Entstauungstherapie durch fachkundliche Therapeuten mit einer fundierten Ausbildung durchgeführt wird damit ein optimales Resultat erreicht wird und eventuelle Kontraindikationen oder Komplikationen sofort erkennt werden.

 

Wer an einem primären Lymphödem leidet sollte folgende Punkte beachten:

- Keine enge oder einschneidende Kleidung tragen damit der Lymphabfluss nicht behindert wird

- Tragen von bequemen Schnürschuhen mit flachem Absatz

- Bewegung: ruhige Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Spazieren oder Yoga sind empfehlenswert

- Man sollte grosse Hitzeeinwirkungen wie Sauna, Thermalbad oder übermässige Sonnenbäder vermeiden

- Keine Wärmeanwendungen wie wärmende Salben, Fango oder Wärmepackungen an der betroffenen Region verwenden

- Die betroffenen Stellen vor Verletzungen schützen

- Hochlagern der betroffenen Stelle

- Gut angepasste Kompressionsstrümpfe oder Bandagen tragen

- Entstauungsübungen regelmässig ausführen

- Regelmässige Entstauungstherapie (manuelle Lymphdrainage)

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Trockenes Schröpfen

Ist es Ihnen auch schon passiert, dass sie vielleicht in der Badi oder im Fitnesscenter Personen mit kreisförmigen oder länglichen Blutergüssen auf der Haut gesehen haben? Oder auch an Sportanlässen wie zum Beispiel der Olympiade? Ja, genau, diese Personen wurden «geschröpft». Gerne möchten wir Ihnen in diesem Artikel

die Therapiemethode des Schröpfens etwas näherbringen.

 

Ursprung und Geschichte des Schröpfens

Das Schröpfen gehört zu den ausleitenden Verfahren und ist eine Reiztherapie welche schon seit sehr langer Zeit existiert. Sie gilt als eine der ältesten Therapieformen mit Apparaten. Bereits aus dem griechischen und ägyptischen Altertum wurden Darstellungen davon gefunden. Zudem berichtet auch die älteste indische Arztschrift, das Ayurveda, darüber. Der eigentliche Anfang des Schröpfens begann jedoch schon bei den Urvölkern auf der ganzen Welt. Damals gab es noch keine Schröpfgläser. Man begann an schmerzhaften Stellen der kranken Menschen zu saugen, bis das Bindegewebe rot unterlaufen war. Im Anschluss bildete sich dann ein blauer Fleck, so wie ein Knutschfleck. Nach der Evolution der Viehwirtschaft behalf man sich mit den Hörnern der Rinder. Von innen wurden diese erhitzt und danach auf die gewünschten stellen der Haut appliziert. In asiatischen Räumen wurden dazu auch Bambusröhren benutzt.

 

Das trockene Schröpfen und dessen Wirkung

Grundsätzlich gibt es 2 unterschiedliche Schröpfmethoden, dies sind das blutige Schröpfen und das trockene Schröpfen. In diesem Artikel möchten wir uns jedoch nur auf das trockene(unblutige) Schröpfen konzentrieren. Wie oben genannt zählt das Schröpfen zu den ausleitenden Verfahren, durch welche eine Entgiftung und Entschlackung der Körpersäfte hervorgerufen wird. Durch ein Vakuum wird in den Schröpfgefässen ein Unterdruck erzeugt. Dies hat zur Folge, dass hauptsächlich das Blut aus den Kapillaren gesaugt wird und somit können Abfallstoffe besser ausgeschieden werden. Zudem kann eine Schröpfbehandlung, welche in bestimmten Hautreflexzonen am Rücken angewendet wird, über die Nervenbahnen eine anregende Wirkung auf innere Organe bewirken.

 

Wann hilft Schröpfen

Das Anwendungsgebiet des Schröpfens ist sehr weitläufig und vielfältig. Besonders geeignet ist die Therapie mit den Schröpfgläsern bei Beschwerden des Bewegungsapparates. Dazu gehören Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke, bei welchen durch die Therapie eine Reduktion der Verspannungen, Schmerzlinderung und eine verbesserte Durchblutung hervorgerufen wird. Doch auch bei Beschwerden wie Verdauungs- oder Menstruationsbeschwerden kann das Schröpfen eine Harmonisierung der Funktion der inneren Organe bewirken. Auch Allergiker können von der Wirkung des Schröpfens profitieren. Durch grossflächige Schröpfbehandlungen am Rücken während nicht akuten Phasen ist es möglich allergische Reaktionen vermindern.

 

Beispiele

- Muskuläre

- Verspannungen

- Verdauungsbeschwerden

- Migräne oder Kopfschmerzen

- Rückenschmerzen

- Verklebte Narben

- Menstruationsbeschwerden

- Schmerzlinderung

- Allergien

 

Wann sollte nicht geschröpft werden

Es gibt unterschiedliche Faktoren bei welchen die Therapieform Schröpfen nicht angewendet werden sollte. Deshalb sollten Sie sichergehen, dass der Therapeut eine fundierte Ausbildung besitzt. Auf jeden Fall sollte im Vorfeld eine genaue Anamnese durchgeführt werden, damit alle Risikofaktoren ausgeschlossen werden können.

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7 Tipps um das Immunsystem auf natürliche Weise zu stärken

Der Winter steht vor der Tür und somit auch Erkältungen und Grippe. Wir möchten Ihnen einige einfache und effektive Tipps geben wie Sie mit einfachen Tricks Ihr Immunsystem stärken können und somit die Abwehrkräfte Ihres Körpers verbessern.

 

1. Ernährung

Die Ernährung ist wohl die einfachste Art wie Sie Ihr Immunsystem stärken können. Es genügen schon ein paar kleine Tricks wie Sie sich nachhaltig stärken können. Nehmen Sie genügend zellschützende Vitamine wie Vitamin C und E und Minerale zu sich damit Ihr Körper sich besser gegen hartnäckige Erkältungsviren schützen kann. Das ist der Grund weshalb Sie in Ihrer Ernährung einen grossen Wert auf Obst und Gemüse legen sollten. Ausserdem nehmen Sie so auch viele wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe zu sich, welche in der Ursprungspflanze die Aufgabe haben sie vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Genau dieselbe Wirkung haben sie auch in Ihrem Körper. Essen Sie so bunt wie möglich. Denn jede einzelne Farbe liefert Ihnen unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe. Zudem ist es am besten, wenn Sie das Obst und Gemüse möglichst roh zu sich nehmen da beim Kochen sehr viele wertvolle Stoffe verloren gehen.

 

Unser Tipp:

Trinken sie morgens lauwarmes Zitronenwasser (1 Glas lauwarmes Wasser, frischer Zitronensaft von einer halben Zitrone)

 Der Zitronensaft stärkt unser Immunsystem vor allem durch den hohen Vitamin C Gehalt. Lauwarmes Zitronenwasser stärkt auf eine sanfte Weise unsere Leberfunktion und unterstützt somit die Entgiftung des Körpers und reguliert die Darmtätigkeit. Ausserdem hat es eine antibakterielle Wirkung welche die Bildung und Vermehrung von unerwünschten Bakterien hemmt.

 

 2. Bewegung an der frischen Luft 

Regelmässige Bewegung stärkt das Abwehrsystem und aktiviert die Immunzellen. Warum sollten Sie sich an der frischen Luft bewegen? Die kühle Luft regt die Durchblutung an und führt dadurch zu einer sanften «Abhärtung». Die Abwehrkräfte werden dadurch gestärkt. Zudem kann sich der Körper durch regelmässige Temperaturreize schneller an Temperaturveränderungen anpassen und beugt so Infektionen vor.

 

Vorsicht, zu intensiver Sport kann jedoch auch die Immunabwehr schwächen. Zwar hat ein Leistungssportler direkt nach der Belastung eine erhöhte Immunabwehr, aber diese fällt in der Erholungsphase deutlich ab. Dies kann den Körper wiederum anfälliger auf Infektionen machen. 

 

Unser Tipp:

regelmässig (min. 3x pro Woche) eine halbe Stunde zügiges Spazieren an der frischen Luft. 

 

Zudem können Sie auch während dem Alltag zusätzlich etwas Bewegung einbauen: Treppenlaufen anstatt Liftfahren, das Auto so oft wie möglich stehen lassen, zu Fuss oder mit dem Fahrrad Einkaufen gehen etc.

 

3. Stress reduzieren

Forscher haben entdeckt, dass die Immunabwehr gegen Stress genau so reagiert wie gegen feindliche Bakterien. Die Immunzellen, sondern zur Abwehr ein Gift ab welches sowohl andere Zellen aber auch sich selbst schädigt. Deshalb sinkt der Immunstatus und die Infektionsgefahr steigt um das Vielfache. Es genügen schon fünf Minuten spontaner Wutausbruch und unsere Abwehrkräfte liegen danach bis zu sechs Stunden am Boden.

 

Unser Tipp:

Bauen Sie entspannende Rituale in Ihren Alltag ein. Machen sie in der Mittagspause zum Beispiel einen kleinen Spaziergang, trinken Sie in der Pause ihren Lieblingstee oder machen sie Entspannungsübungen.

  

4. Fussreflexzonenmassage 

Die Fussreflexzonenmassage ist in der fernöstlichen Kultur schon seit Jahrtausenden bekannt. In Europa wurde Sie durch den amerikanischen Arzt William H. Fritzgerald Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt gemacht. Bei dieser speziellen Massagetechnik kann man über bestimmte Reflexzonen am Fuss auf verschiedene Organe des Körpers Einfluss haben. Mit gezieltem Druck gelangen die Reize über Haut, Muskeln, Nerven sowie Blut- und Lymphsystem zum Gehirn und von dort zum betreffenden Organ. Die Selbstheilungskräfte werden so stimuliert und das Immunsystem wird angekurbelt. Zudem hat die Fussreflexzonenmassage eine entspannende Wirkung und wird als sehr angenehm und wohltuend empfunden.

 

Unser Tipp:

Lassen Sie sich 1x pro Woche von einem qualifizierten Fussreflexzonen-Therapeut verwöhnen und profitieren Sie von den vielen positiven Effekten.

 

Zu Beginn ist es wichtig die Therapie regelmässig 1-2x wöchentlich durchzuführen. Danach kann der Therapierhythmus auch mit Absprache des Therapeuten verlängert werden.

 

5. Kneippgüsse 

Schon seit über hundert Jahren existiert die Kneipp-Methode. Sebastian Kneipp, ein Priester aus Bayern, erkrankte im Jahre 1846 an Tuberkulose. Während sein Zustand sich stetig verschlechterte entdeckte er zufällig ein Buch des Arztes Johann Sigmund Hahn über die Heilkraft von kaltem Wasser. Die darin aufgeführten Erkenntnisse überzeugten ihn so sehr, dass er selbst den Versuch mit der Kaltwassertherapie startete. Er badete wenige Sekunden in der kalten Donau und fügte danach einen kurzen Sprint hinzu. Das Ergebnis war erstaunlich. Kneipp wiederholte diese kurzen Bäder in den darauf folgenden Tagen und ergänzte sie mit Halbbädern und Güssen. Sebastian Kneipp konnte im Jahre 1852, vollkommen geheilt, seinen Abschluss als Theologe machen. Während der Tätigkeit als Priester konnte er sein Wissen und Erkenntnisse zur Heilkraft von Wasser vertiefen und entwickelte die bekannten Kneipp-Methoden.

 

Unser Tipp:

Wechseldusche - Wärmen Sie Ihren Körper mit warm Wasser auf. Wechseln Sie auf kalt und beginnen am rechten Fuss auf der Aussenseite. Führen Sie den Duschkopf langsam nach oben. Sind sie bei der Leiste angekommen gehen Sie zur Bein Innenseite und gleiten langsam wieder zum Fuss hinunter. Wiederholen Sie das Selbe auf der andern Seite. Grundsätzlich beginnt man an der am weitesten wegliegenden Stelle des Herzens. Nach diesem Prinzip können Sie den ganzen Körper mit kaltem Wasser abduschen. Wiederholen Sie den Vorgang 3x

 

Am Anfang braucht es etwas Überwindung. Beginnen Sie erstmals mit den Beinen. Wenn Sie bemerken, dass es Sie nicht mehr so viel Überwindung kostet könne Sie die Arme dazu nehmen u.s.w.

 

Der Wechsel von warmem zu kaltem Wasser stärkt das Immunsystem und den Kreislauf in hohem Masse. Zudem verbessern Wechselduschen die Durchblutung und straffen die Haut. Wer Sport treibt und anschliessend warm und kalt duscht verbessert sogar die Regeneration der Muskeln aufgrund der verbesserten Durchblutung und unterstützt den Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten. Jedoch treten die positiven Effekte nur auf, wenn regelmässig etwa 3-4x die Woche eine Wechseldusche gemacht wird.

  

6. Sonnenlicht/Vitamin D + Zink

In jungen Entdeckungen hat man herausgefunden, dass Vitamin D für die Aktivierung und Steuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle Spielt. Vor allem bei der Abwehr von Viren soll das Vitamin D eine bedeutende Wirkung haben. Immer wenn die fehlende Sonne den Vitamin D-Spiegel sinken lässt entstehen Grippewellen. Einige Mediziner berichten sogar, dass Patienten mit einer beginnenden Grippe durch eine hoch dosierte Behandlung von Vitamin D innerhalb weniger Stunden erfolgreich geheilt werden könnten.

 

Auch Zink hat eine wichtige Aufgabe im Zusammenhang, das Immunsystem zustärken. Ebenso verbessert Zink die Schleimhausstruktur und verhindert dadurch, dass sich Viren und andere Erreger an die Schleimhaut anheften können. Frauen sollten etwa 7mg pro Tag, Männer 10 mg und Kinder 5mg Zink zu sich nehmen.

 

Unser Tipp:

15 Minuten Sonnenlicht auf Arme und Gesicht reichen aus um die positiven Wirkungen von Vitamin D zu aktivieren. Also gehen Sie nach draussen und geniessen Sie die Wärme der Sonne auf Ihrer Haut. Über die Winterzeit lohnt es sich zusätzlich Vitamin D einzunehmen. In der Drogerie oder Apotheke gibt es Tropfen von der Firma Wild. Diese sind auf Öl-Basis und ohne Alkohol. Desshalb auch für Kinder geeignet. 

 

Viele Nahrungsmittel enthalten Zink wie z.B Ementhaler, Nüsse, Fleisch und Fisch, Linsen, Mais und Weizenbrot. 

 

 7. Lachen

Nach einem Lachanfall befinden sich deutlich mehr Abwehrstoffe in unserem Körper als zuvor. Ebenso steigt die Anzahl der Immunglobulinen (Eiweisskörper im Mundraum), welche uns vor Infektionen Schützen. Auch die Anzahl der Zytokinen (diese dienen zur körpereigenen Abwehr und können sogar Tumorzellen hemmen) im Körper steigt an. Zudem werden beim Lachen Herz-Kreislaufsystem, Zwerchfell, Stimmbänder, Gesichts- und Bauchmuskeln stark angeregt und dadurch besser durchblutet.

 

Unser Tipp:

Leider lachen wir in unserem Alltag meistens viel zu wenig. Also versuchen Sie doch einfach mal auf der Strasse die Menschen die Ihnen entgegenkommen anzulächeln. Sie werden sehen, die meisten werden zurück lächeln und das ist ein tolles Gefühl, welches Ihnen wiederum ein Lächeln entlockt.

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